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Die letzte Meile: Kulturelle und technische Unterschiede von Destinationen im Umgang mit Tsunamis und Naturkatastrophen (Schlüsse aus dem Erdbeben vor Chile – 2. Teil)

März 2nd, 2010 von Holger Dewitz ·

Tsunami-Warnungen sind vor allem aufgrund der hohen Geschwindigkeit schwierig, die Energie der Welle pflanzt sich je nach Gegebenheiten fast mit der Geschwindigkeit eines Düsenjets fort. Entscheidend ist in erster Linie die Stärke des Bebens (schon zur Bildung eines Tsunamis ist nach Berechnungen der Erdbebenwarte Hongkong eine Bebenstärke von mindestens 7,7 nötig) und die Entfernung der Küste zum Herd des Bebens. Auf beide Faktoren hat der Mensch naturgemäß keinen Einfluss. Unterschiede ergeben sich beim Umgang der Destinationen mit Tsunami-Warnungen. Hier bestehen neben unterschiedlichen Ansätzen zur Risikokommunikation und Krisenkommunikation auch Unterschiede hinsichtlich der technischen und administrativen Voraussetzungen einer umfassenden Alarmierung.

Destinationwatch.de empfiehlt, vor Reisen in Urlaubsländer mit erhöhter Tsunami-Gefahr bei der Einschätzung des Reiseziels hinsichtlich der Reisesicherheit, auch die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der nationalen und regionalen Kommunikationsnetze und staatlichen Alarmsysteme bei der Reiseplanung und Auswahl der Destination einzubeziehen. Vorteilhaft sind Urlaubsziele mit gut ausgebauter technischer Infrastruktur, verlässlichen Kommunikationsnetzen und vorbereiteten Notfallplänen der Behörden, die neben der Alarmierung von Reiseleitern und Hoteliers im Notfall auch zumindest englischsprachige Informationen für Individualtouristen und Badeurlauber am Strand vorsehen.

Die sogenannte „letzte Meile“, also der Weg vom Eintreffen der Tsunami-Warnung aus den Frühwarnsystemen über die nationalen und regionalen Alarmsysteme bis zu den Bewohnern der Küstenregionen und den Urlaubern vor Ort ist eben den am System beteiligten Staaten überlassen. Reiseziele mit schlecht ausgebauter Infrastruktur im Bereich Telekommunikation und Medien, sowie wenig leistungsfähiger Verwaltung wie  Papua-Neuguinea oder den Salomonen sind dementsprechend verwundbarer als beispielweise Japan, Neuseeland oder die Übersee-Territorien  der USA. Urlaubsländer wie Thailand, die Philippinen und Indonesien liegen nach teils erheblichen Investitionen in Reisesicherheit durch internationale Frühwarnsysteme, Alarm-Kommunikation und Notfallpläne für den Katastrophenschutz im Mittelfeld.

Kategorie:Asien · Naturkatastrophen & Katastrophenschutz Ausland · Sicher reisen
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